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03.12.2018 - Steuervorlage 17/STAF – Neuerungen

Es geht voran

Seit dem letzten Artikel zur Steuervorlage 17 in der Ausgabe 1/18 des Expert Info hat sich Wichtiges getan. Nachfolgend wird auf die Entwicklungen seit Erscheinen jenes Artikels Anfang März 2018 eingegangen.

Anpassungen des Ständerats

Nachdem der Bundesrat im März 2018 seine Botschaft zur Steuervorlage 17 verabschiedet hatte, wurde im Juni 2018 im Ständerat über die Vorlage beraten. Der Ständerat hat dabei beschlossen, den Entwurf des Bundesrats um weitere Massnahmen zu ergänzen. Zudem wurde die Steuervorlage 17 in «Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung» (STAF) umbenannt. Durch die Steuervorlage 17 werden auf allen drei Ebenen (Bund, Kantone und Gemeinden) weniger Steuereinnahmen erwartet. Der Entwurf des Ständerats sieht im Sinne eines sozialen Ausgleichs vor, dass jeder Steuerfranken, der durch die Unternehmenssteuerreform entfällt, neu mit einem Franken an die AHV «gegenfinanziert» werden soll (der Vorschlag des Bundesrats sah eine Erhöhung der Familienzulagen vor). Die Zahlungen an die AHV sollen zur Hälfte aus Lohnabzügen (jeweils 0,15 Lohnprozent für Arbeitgeber und Arbeitnehmer) und zur Hälfte aus bestehenden Bundesmitteln gewonnen werden.

Bei der Dividendenbesteuerung stimmt der Ständerat dem Bundesrat grundsätzlich zu und übernimmt die Besteuerung von Dividenden zu 70 % auf Bundesebene. Auf Kantonsebene sieht der Entwurf des Ständerats hingegen eine Mindestbesteuerung der Dividenden von 50 % statt der vom Bundesrat vorgesehenen 70 % vor.

Der Ständerat hat beschlossen, das Kapitaleinlageprinzip für an der schweizerischen Börse kotierte Gesellschaften weitgehend zu verschärfen: Kapitaleinlagereserven sollen nur dann steuerfrei ausgeschüttet werden können, wenn jeweils in gleicher Höhe steuerbare Dividenden ausgeschüttet werden. Ansonsten ist die Rückzahlung im entsprechenden Umfang steuerbar, höchstens aber im Umfang der handelsrechtlich ausschüttungsfähigen übrigen Reserven. Ausgenommen von dieser Regelung sind Rückzahlungen innerhalb eines Konzerns (10 %-Beteiligungsquote) und Reserven, die nach dem Inkrafttreten des Kapitaleinlageprinzips (31. Dezember 2010) entstanden sind. Bei Aktienrückkäufen muss der Liquidationsüberschuss mindestens zur Hälfte den Reserven aus Kapitaleinlagen belastet werden.

Obschon der Bundesrat eine zinsbereinigte Gewinnsteuer in seiner Botschaft abgelehnt hat, befürwortet der Ständerat einen Abzug für Eigenfinanzierung in den Hochsteuerkantonen (kumulierter Steuertarif im Hauptort des Kantons mindestens 13,5 %). Die Umsetzung würde mit der Einführung eines Abzugs für einen fiktiven Zins auf überschüssigem Eigenkapital erfolgen. Der Ständerat sieht in seinem Entwurf, entgegen dem Bundesrat, eine Ermässigung der Kapitalsteuer für konzerninterne Aktivdarlehen vor.

Die Vorlage im Nationalrat

Nach dem Ständerat hat die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates (WAK-N) über die Steuervorlage 17 beraten. Die WAK-N hat den Entwurf des Ständerats, insbesondere die Verknüpfung mit der AHV, grundsätzlich gutgeheissen. Einzig beim Kapitaleinlageprinzip hat die WAK-N Änderungen beschlossen. Für zugezogene Unternehmen, die Kapitaleinlagereserven nach Februar 2008 (Abstimmungstermin USR II) gebildet haben, soll die verschärfte Ausschüttungsregel nicht gelten. Die Ausnahme soll für die zugezogenen Unternehmen ebenfalls bei der Teilliquidation gelten. Zudem sollen auch grenzüberschreitende Zusammenschlüsse und Umstrukturierungen von der Ausnahmeregel profitieren.

Der Nationalrat hat am 12. September 2018 die Vorlage angenommen. Das Geschäft geht nun wieder zurück an den Ständerat.

«In Kürze»
1. Seit dem letzten Artikel zur Steuervorlage 17 in der Ausgabe 1/18 des Expert Info wurde im Bundesrat und im Ständerat über die Vorlage beraten.
2. Der Ständerat stimmt dem Entwurf des Bundesrats zur Steuervorlage 17 grundsätzlich zu, erweitert aber einige Punkte der Vorlage und verknüpft diese mit der AHV-Finanzierung.
3. Nach der grundsätzlichen Annahme der Vorlage durch den Nationalrat geht das Geschäft zurück in den Ständerat zur Bereinigung der Differenzen.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2018

01.11.2018 - AHV Verwaltungsratsentschädigungen

Externe Verwaltungsräte

Der Verwaltungsrat ist von Gesetzes wegen das oberste Leitungs- und Verwaltungsorgan der Gesellschaft. Als solches obliegt ihm unter anderem die Aufsicht über die geschäftsführenden Personen, und gegenüber den Aktionären ist er rechenschaftspflichtig. Bei kleineren, familiengeführten Unternehmen sind diese drei Ebenen in der Praxis oftmals vereint: Der Haupt- oder sogar Alleinaktionär ist Geschäftsführer und Verwaltungsrat in Personalunion. Teilweise werden aber auch externe Verwaltungsräte beigezogen, um beispielsweise spezifisches Fachwissen oder eine unabhängige, branchenfremde Sichtweise in das Gremium einzubringen. Die Entschädigung solcher Verwaltungsräte kann jedoch ihre Tücken haben.

Grundsatz

Verwaltungsratsentschädigungen gehören aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht grundsätzlich zum massgebenden Lohn, stellen also Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit dar. Als Folge davon hat die auszahlende Gesellschaft diese Entschädigungen mit ihrer Ausgleichskasse abzurechnen. Dies gilt unabhängig davon, ob das ausgerichtete Entgelt unter dem Titel Honorar, Tantiemen, Salär oder Sitzungsgeld gewährt wird. Ebenso wenig spielt es eine Rolle, ob der Verwaltungsrat das persönlich erhaltene Entgelt behalten darf oder nicht.

Ausnahme

Nicht zum sozialversicherungsrechtlich massgebenden Lohn gehören Verwaltungsratsentschädigungen, wenn der Verwaltungsrat seine Tätigkeit als Arbeitnehmer eines Dritten («Arbeitgeber») ausübt und folgende Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind:

  • Das Entgelt wird direkt an den Arbeitgeber des Verwaltungsrates ausgerichtet.
  • Der Verwaltungsrat vertritt den Arbeitgeber im Verwaltungsrat.
  • Das Entgelt wird an den Arbeitgeber in der Schweiz bezahlt.

Sind alle diese Bedingungen erfüllt, entfällt die Abrechnungspflicht der auszahlenden Gesellschaft.

Zu betonen ist in diesem Zusammenhang nochmals, dass der Verwaltungsrat Arbeitnehmer dieses Dritten sein muss, an welchen das Entgelt ausbezahlt wird; nur dann sind die Sozialversicherungsbeiträge auf den Verwaltungsratsentschädigungen ausnahmsweise nicht an der Quelle (also bei der auszahlenden Gesellschaft) zu erheben.

Beispiele

  • Z ist Arbeitnehmer der YAG und vertritt diese im Verwaltungsrat der X AG. Letztere überweist auf das persönliche Bankkonto von Z einen Betrag mit dem Vermerk «Verwaltungsratshonorar». Die X AG hat über diesen Entgelt mit ihrer Ausgleichskasse abzurechnen, unabhängig davon, ob Z das Honorar auch tatsächlich für sich behalten kann oder es beispielsweise an die  Y AG weiterleiten muss.
  • Z ist Arbeitnehmer der Y AG und vertritt diese im Verwaltungsrat der X AG. Letztere überweist mit dem Vermerk «Verwaltungsratshonorar» einen Betrag auf das Postcheckkonto der Y AG. Weil Z als Verwaltungsrat die Entschädigung nicht erhalten hat, muss die X AG auch nicht darüber abrechnen. Dies muss gegebenenfalls die Y AG mit der für sie zuständigen Ausgleichskasse machen, sofern sie das Honorar oder einen Teil davon an Z weiterleitet.
  • Z, mit Wohnsitz in der Schweiz, ist Arbeitnehmer der Y AG, welche ihren Sitz in London hat. Z vertritt die Y AG im Verwaltungsrat der X AG, welche ihren Sitz in der Schweiz hat. Letztere überweist mit dem Vermerk «Verwaltungsratshonorar» einen Betrag auf das Konto der Y AG. Die X AG hat mit ihrer Ausgleichskasse über die Entschädigung abzurechnen, weil sie die Verwaltungsratsentschädigung nicht an einen Arbeitgeber in der Schweiz ausbezahlt.
  • Z ist Gesellschafter der Y & Co., Kommanditgesellschaft, und vertritt diese im Verwaltungsrat der X AG. Letztere überweist mit dem Vermerk «Verwaltungsratshonorar» einen Betrag auf das Konto der Y & Co. Da Z nicht Arbeitnehmer der Y & Co., sondern Gesellschafter ist, hat die X AG über die Entschädigung mit der Ausgleichskasse abzurechnen.

«In Kürze»
1. Verwaltungsratsentschädigungen stellen nach Sozialversicherungsrecht grundsätzlich «massgebenden Lohn» dar und unterliegen als solcher der Abrechnungspflicht durch die auszahlende Gesellschaft.
2. Wird die Entschädigung nicht an den Verwaltungsrat persönlich, sondern an dessen Arbeitgeber in der Schweiz, welchen er im Verwaltungsrat vertritt, ausbezahlt, muss die auszahlende Gesellschaft nicht darüber abrechnen
3. Ein Sachverhalt mit Entschädigungen an externe Verwaltungsräte sollte jeweils konkret geprüft werden, um unliebsame Überraschungen in sozialrechtlicher Hinsicht zu vermeiden.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 02/2018

01.10.2018 - Steuerliche Behandlung von Kryptowährungen

Was sind Kryptowährungen?

Als Kryptowährungen werden digitale Zahlungsmittel oder Vermögenswerte bezeichnet, die grundsätzlich mit einem Bankguthaben verglichen werden können. Neben dem Bitcoin als bekannteste Kryptowährung gibt es zahlreiche weitere Kryptowährungen aufdem Markt. Je nach Ausgestaltung der Kryptowährung werden dem Eigentümer unterschiedliche Rechte eingeräumt. Das reicht vom Recht an der digitalen Sache über Rechte an Dividenden oder Stimmrechte bis hin zum Recht an einer physischen Sache. Verwaltet werden die Kryptowährungen über das sogenannte «Wallet» – ein persönliches, digitales Portemonnaie. Als Besitzer des Wallet identifiziert man sich anhand eines Public Key (analog zur Adresse bzw.Kontonummer im Geldverkehr) und über einen Private Key (ein Passwort). Um die Risiken im Handel mit den Kryptowährungen auf den Plattformen zu minimieren, werden die getätigten Transaktionen jeweils auf dem Datensatz der Kryptowährung aufgezeichnet. Der Weg der Kryptowährung kann jederzeit rekonstruiert werden.

Deklaration und Bewertung

Kryptowährungen gelten als Vermögenswerte und müssen in der Steuererklärung entsprechend deklariert werden. Der Bestand der Kryptowährungen per 31.12. wird unter der Position «übrige Vermögenswerte» beziehungsweise «übrige Guthaben» in der Steuererklärung aufgeführt. Je nach Kanton entspricht diese Position einer Rubrik im Wertschriftenverzeichnis oder wird im Hauptformular separat ausgewiesen. Liegt für die jeweilige Kryptowährung kein offizieller Kurs der ESTV per 31.12. vor, hat die Deklaration der Kryptowährungen in der Steuererklärung zu dem auf der Handelsplattform ersichtlichen Jahresendkurs zu erfolgen. Ansonsten wird die Kryptowährung in der Höhe des beim Kauf bezahlten Kaufpreises in CHF deklariert.

Einkommenssteuer?

Kryptowährungen unterliegen der Vermögenssteuer. Die weitere steuerliche Behandlung hängt von der Ausgestaltung der jeweiligen Kryptowährung ab beziehungsweise davon, welche Rechte dem Eigentümer eingeräumt werden (siehe oben). Je nach Qualifizierung sind Kapitalerträge steuerbarer Ertrag und unterliegen im Falle von Dividenden und Zinsen der Verrechnungssteuer. Lohnzahlungen, die in Kryptowährungen ausgerichtet werden, werden wie Geldzah- lungen behandelt und unterliegen der Einkommenssteuer. Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Kryptowährungen sind, wenn die Kryptowährung im Privatvermögen gehalten wird, steuerfrei. Werden Kryptowährungen hingegen gewerblich gehandelt, wird von der Steuerbehörde unter Umständen eine selbst- ständige Erwerbstätigkeitangenommen. Als Folge davon unterliegen Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Kryptowährungen der Einkommenssteuer. Da es sich bei den Kryptowährungen nicht um ein klassisches Wertschriftendepot handelt, finden die Regelungen für den gewerbsmässigen Wertschriftenhandel nur eine sinngemässe Anwen- dung. Vonseiten der Steuerbehörden wird eher auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur selbstständigen Erwerbstätigkeit abgestellt. Ein selbstständiger Erwerb wird angenommen, wenn Käufe und Verkäufe der Kryptowährungen in einem Umfang getätigt werden, die über die schlichte Verwaltung des Privatvermögens hinausgehen, die Käufe und Verkäufe der Kryptowährungen auf Erwerb gerichtet sind und die Geschäfte planmässig und nach aussen hin sichtbar getätigt werden. In diesem Fall ist eine entsprechende Buchführung über die Tätigkeiten mit Kryptowährungen beim Steueramt einzureichen und geschäftsmässig begründete Kosten (unter anderem auch die Stromkosten) können zum Abzug gebracht werden.

Vorbehalten bei der Unterscheidung zwischen selbstständiger Erwerbstätigkeit und privater Vermögensverwaltung bleibt die Einzelfallbeurteilung durch die Steuerbehörden.

«In Kürze»
1. Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel.
2. Der Bestand an Kryptowährungen ist per 31.12. mit den restlichen Vermögenswerten in der Steuererklärung zu deklarieren.
3. Kryptowährungen unterliegen der Vermögenssteuer – die weitere steuerliche Behandlung ist von der konkreten Ausgestaltung der Kryptowährung abhängig und einzelfallweise zu eruieren.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 02/2018

01.09.2018 - Wohneigentumsbesteuerung: Folgen eines Systemwechsels

Aktuelles aus dem Parlament

Schon seit fast zwanzig Jahren steht die Abschaffung des Eigenmietwertes immerwiederzur Diskussion. Derjüngste Impuls in dieser Thematik kommt vonseiten der ständerätlichen Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK-S). Anlässlich ihrer Sitzung vom Februar 2018 hat sie der parlamentarischen Initiative «Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung» Folge gegeben und sogleich die Arbeiten zur Erstellung einer Vorlage aufgenommen.

Folgen des Systemwechsels Kernelement der Initiative ist die Abschaffung des Eigenmietwertes für selbstgenutztes Wohneigentum am Hauptwohnsitz. Für Steuerpflichtige, die ihr Stockwerkeigentum oder ihre Liegenschaft selbst bewohnen, wäre zukünftig der Eigenmietwert also nicht mehr zu deklarieren. Vom Systemwechsel ausgenommen sollen jedoch Zweitwohnungen sein: Für Ferienwohnungen oder Ferienliegenschaften wäre weiterhin der Eigenmietwert als fiktives Einkommen zu versteuern. Ebenso wenig von einem Systemwechsel betroffen wären Renditeliegenschaften: Bei vermieteten Liegenschaften wäre weiterhin der effektive Mietertrag zu deklarieren.

Noch offen sind die weiteren Eckpunkte eines Systemwechsels, insbesondere hinsichtlich der Geltendmachung von Abzügen: Im Gegenzug zur Abschaffung des Eigenmietwertes werden Schulden und Schuldzinsen im Zusammenhang mit einer selbstgenutzten oder einem

Dritten unentgeltlich zur Verfügung gestellten Liegenschaft unter Umständen nicht mehr steuerlich abzugsfähig sein; für Ersterwerber könnte allenfalls eine Ausnahmeregelung vorgesehen werden. Zur Diskussion steht auch die Abzugsfähigkeit von Unterhaltskosten, wobei die Geltendmachung von Kosten für energieeffiziente Massnahmen weiterhin möglich sein soll.

Ein weiterer Effekt des Systemwechsels wäre, dass die Ungleichbehandlung zwischen Eigenheimbesitzern und Mietern wegfallen würde, da das fiktive Einkommen (der Eigenmietwert) nicht mehr zu versteuern wäre.

«In Kürze»

1. Die Abschaffung des Eigenmietwertes ist wieder einmal aktuell – zurzeit berät die WAK-S darüber.
2. Noch offen ist, welche in Zusammenhang mit der Liegenschaft anfallenden Kosten künftig noch steuerlich abzugsfähig wären.
3. Von einem Systemwechsel nicht betroffen wären Zweitwohnungen (Ferienwohnungen) und vermietete Liegenschaften.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 02/2018

02.07.2018 - Digitale Signatur

Unterschrift ≠ Signatur

Eine eingescannte Unterschrift in einem PDF-Dokument ist entgegen der weit verbreiteten Meinung keine rechtsgültige digitale Signatur, welche die eigenhändige Unterschrift ersetzt. Denn das Obligationenrecht definiert in Art. 14 Abs. 2bis: «Der eigenhändigen Unterschrift gleichgestellt ist die mit einem qualifizierten Zeitstempel verbundene qualifizierte elektronische Signatur gemäss Bundesgesetz vom 18. März 2016 über die elektronische Signatur. Abweichende gesetzliche oder vertragliche Regelungen bleiben vorbehalten.». Das Bundesamtfür Kommunikation (BAKOM) schreibt auf seiner Website: «Die elektronische Signatur ist ein technisches Verfahren zur Überprüfung der Echtheit eines Dokuments, einer elektronischen Nachricht oder anderer elektronischer Daten sowie der Identität des Unterzeichnenden. Sie basiert auf einer Zertifizierungsinfrastruktur, die von vertrauenswürdigen Dritten verwaltet wird: den Anbieterinnen von Zertifizierungsdiensten. Deren Infrastruktur bietet ausserdem Lösungen zur Identifikation bei Online-Diensten und zur Sicherung der zu übertragenden Daten.»

Als normaler Anwender kann man hier schon malschnell verunsichert sein. Was ist nun wirklich nötig? Wie muss man vorgehen, wenn die eigenen Prozesse vereinfacht werden sollen und Medienbrüche vermieden werden sollen? Ohne Weiteres sind diese Fragen nicht zu beantworten.

Funktionsweise

Die technische Funktionsweise der digitalen Signatur ist äusserst komplex. Stark vereinfacht funktioniert die digitale Signatur mit einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel. Während der private Schlüssel für die Signatur verwendet wird, benötigt der Empfänger den öffentlichen Schlüssel, um die Echtheit zu prüfen. Diese Schlüssel werden über die Zertifizierungsstruktur bereitgestellt.

In der täglichen Anwendung funktioniert das zum Glück etwas einfacher. Als Benutzer bezieht man bei einer Zertifikatsstelle – die bekanntesten in der Schweiz sind die Post (www.postsuisseid.ch) und Quo Vadis (www.suisseid-shop.ch) – ein Zertifikat auf einer Chipkarte oder einem USB-Stick. Diese werden an den PC angeschlossen und das Zertifikat steht grundsätzlich zur Verfügung. Wie das Zertifikat dann wieder in ein Dokument eingebunden wird, hängt sehr von den Anforderungen des Anwenders ab. Es kann beispielsweise durchaus genügend sein, eine E-Mail oder ein Dokument zu «signieren» und so den Absender zu verifizieren und zu bestätigen, dass das E-Mail oder das Dokument nicht verändert worden ist. Andere wiederum möchten, dass zusätzlich zur Signatur eine Bildgrafik eingefügt wird, welche die eigenhändige Unterschrift darstellt. Selbst da sind die Möglichkeiten wiederum vielfältig.

Nutzen

Wieso soll man überhaupt die eigenhändige Unterschrift mit der digitalen Signatur ersetzen? Die digitale Signatur hat durchaus positive Eigenschaften. Ein grosser Nutzen dürfte sein, dass man die digitale Signatur ortsunabhängig vornehmen kann. Solange der (elektronische) Zugriff auf ein Dokument gegeben ist, kann dieses signiert werden, ohne dass die physische Präsenz notwendig ist. Somit können Mitarbeiter, welche extern bei Kunden oder im Homeoffice arbeiten, sehr gut in die Prozesse eingebunden und der administrative Koordinationsaufwand verringert werden.

Bereits heute können gewisse Rechtsgeschäfte auf rein elektronischem Weg abgewickelt werden. Künftig werden hier weitere Bereiche dazukommen. Dies erlaubt eine direkte und zeitnahe Interaktion mit der Verwaltung und mit Ämtern, Banken und wohl auch im internationalen Verkehr.

«In Kürze»

1. Eine digitale Signatur kann nur mit Schlüsseln erstellt werden, welche von einem Anbieter zur Verfügung gestellt werden. Sie ist als qualifizierte Signatur verbunden mit einem Zeitstempel der eigenhändigen Unterschrift gleichgesetzt.
2. Die Abläufe und Prozesse und oftmals auch Briefvorlagen müssen analysiert und angepasst werden, damit das volle Potenzial ausgenützt werden kann.
3. Die digitale Signatur erlaubt eine moderne Arbeitsweise und wird künftig die Interaktion mit verschiedenen Gegenparteien vereinfachen.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2018

Vorlagen

Excelvorlage Aussendiensttage

Publikationen

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EXPERT INFO 01/2018
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Kennzahlen 2018
Sozialversicherungen und Steuern.
Mehrwertsteuer

Satzreduktion per 1. Januar 2018.

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Kennzahlen 2016
Sozialversicherungen und Steuern.
Kennzahlen 2015
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Kennzahlen 2014
Sozialversicherungen und Steuern.
Kennzahlen 2013
Sozialversicherungen und Steuern.
Die neue Macht der Minderheit
Auswirkungen des neuen Rechnungslegungsgesetzes.