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01.06.2019 - Besteuerung nach dem Aufwand bei der direkten Bundessteuer

Was ist neu?

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat am 24. Juli 2018 ein neues Kreisschreiben (KS) zur Besteuerung nach dem Aufwand bei der direkten Bundessteuer publiziert. Dieses KS 44 ersetzt das KS 9 vom 3. Dezember 1993. Das KS 44 basiertaufdem neu gefassten Art. 14 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG). Die wesentlichsten Unterschiede und deren Auswirkungen sind im Folgenden thematisiert.

Gültigkeit und Anwendung

Die neue Gesetzesbestimmung betreffend die Besteuerung nach dem Aufwand ist per 1. Januar 2016 in Kraft getreten und ist gültig für Veranlagungen ab der Steuerperiode 2016. Personen, die bereits 2016 nach dem Aufwand besteuert wurden, können von der Übergangsregelung profitieren. Fürdiese Personengruppe gilt das alte Recht noch bis zum 31. Dezember 2020. Ab 1. Januar 2021 wird das neue Recht für alle Personen Gültigkeit haben.

Grundvoraussetzungen

Ausländische Personen, die auf Antrag nach dem Aufwand besteuert werden wollen, dürfen kein Schweizer Bürgerrecht haben. Grundsätzlich muss es sich um Steuerpflichtige handeln, die neu unbeschränkt steuerpflichtig werden. Dabei kann es sich um Ausländer handeln, die neu in die Schweiz ziehen, oder um bereits früherinder Schweiz steuerpflichtige Personen. Letztere müssen seit min- destens zehn Jahren nicht mehr in der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtig gewesen sein. Zusätzlich darf in der Schweiz keine Erwerbstätigkeit ausgeübt werden.

Neu ist explizit erwähnt, dass beide Ehegatten nicht Schweizer sein dürfen. In der Vergangenheit war es ausreichend, dass ein Ehegatte Ausländer ist. Beziehungsweise konnten sogar Schweizer Bürger, die nach zehn Jahren Landesabwesenheit wieder zurückgekehrt waren, die Aufwandbesteuerung in Anspruch nehmen. Letzteres ist auf Basis der neuen Rechtslage und gemäss KS 44 nicht mehr möglich. Explizit erwähnt wird, dass als Ausländer nur gilt, wer eine andere als die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt. Doppelbürger gelten nicht als Ausländer. Noch nichtabschliessend geklärt ist, ob minderjährige Kinder, welche die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzen, die Besteuerung nach dem Aufwand verunmöglichen.

Hinsichtlich der Erwerbstätigkeit wird klargestellt, dass bei Zuzug keine Erwerbstätigkeitin der Schweiz ausgeübt werden darf. Hierbei handelt es sich um eine auf Schweizer Staatsgebiet ausgeübte haupt- oder nebenberufliche Tätigkeit, mit der im In- oder Ausland Einkünfte erzielt werden. Leiderkanngestütztaufdas KS 44 nicht abschliessend bestimmt werden, ob eine Vermögensverwaltungstätigkeit als(selbstständige) Erwerbstätigkeit qualifiziert und damit zum Scheitern der Aufwandbesteuerung führen könnte. Die selbstständige Erwerbstätigkeit wird nichtnäher spezifiziert; allenfalls könnte auch die Tätigkeitim Wertschriften- oder Liegenschaftenhandel darunterfallen.

Objektive Voraussetzungen

Die jährliche Bemessungsgrundlage für die Besteuerung des Einkommens nach dem Aufwand stützt sich auf ein Einkommen von CHF 400000, das Siebenfache des jährlichen tatsächlichen Mietzinses (beziehungsweise des Eigenmietwerts), die dreifachen Jahreskosten für Unterkunft und Verpflegung (Hotelkosten inklusive Verpflegung) oder auf die Summe der Bruttoeinkünfte mit Schweizer Bezug, unter anderem aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen, Urheberrechten und Rentenleistungen.

Als Bemessungsgrundlage für die Besteuerung wird derhöchste dervier Werte herangezogen, es sei denn, der effektive weltweite in- und ausländische Aufwand für die Lebenshaltungskosten ist höher. Ist Letzteres der Fall, wird die Steuer nach den effektiven Lebenshaltungskosten bemessen. Auf Bundesebene muss eine Person, die eine Besteuerung nach dem Aufwand wünscht, folglich miteiner Steuerbelastung basierend auf einem Einkommenvonmindestens CHF 400'000 rechnen. Die Steuer wird nach dem ordentlichen Steuertarif ermittelt. In der Vergangenheit war die Berechnungsbasis für die Aufwandbesteuerung deutlich niedriger. Für einige der bisher pauschal besteuerten Personen dürfte sich die Besteuerungnachdem Aufwandunterneuer Rechtslage folglich nicht mehrauszahlen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass an den Kanton und die Gemeinde ebenfalls eine Steuer zu entrichten ist, die in der Regel dieselbe oder eine höhere Bemessungsgrundlage hat. Zusätzlich wird Vermögenssteuer erhoben.

Verschiedenes

Im Rahmen der ordentlichen Aufwand- besteuerung besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die pauschale Anrechnung der im Ausland verbleibenden Sockelsteuer. Aufwandbesteuerte, die in Ver- bindungmitden Staaten Belgien, Deutschland, Italien, Norwegen, Kanada, Österreich

«In Kürze»

1. Die Besteuerung nach dem Aufwand ist im Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG) festgehalten und gilt in ihrer Neufassung seit dem Januar 2016, bei Anwendbarkeit der Übergangsbestimmungen ab 1. Januar 2021.
2. Die persönlichen Voraussetzungen für die Besteuerung nach dem Aufwand wurden verschärft, und die Mindestbemessungsgrundlage wurde angehoben.
3. Für eine allumfassende Beratung im Bereich der Aufwandbesteuerung muss zusätzlich das kantonale Recht berücksichtigt werden.
4. Die Entscheidung zwischen der ordentlichen Aufwandbesteuerung und der modifizierten Aufwandbesteuerung bedarf der Beurteilung des Einzelfalls.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2019

02.05.2019 - Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes

Worum geht es?

Seit 1. Januar 2019 gelten neue mehrwertsteuerrechtliche Bestimmungen in Bezug auf den Versandhandel. Dank dieser Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes (MWSTG) sind nun die im Versandhandel tätigen ausländischen Unternehmen den Unternehmen mit Sitz in der Schweiz gleichgestellt. Vor dieser Teilrevision hatten die ausländischen Unternehmen insofern einen nicht unwesentlichen Vorteil, als dass ihre «Kleinsendungen» weder der Einfuhrsteuer noch der Inlandsteuer unterlagen. Als «Kleinsendungen» gelten Warenlieferungen, deren rechnerischer Mehrwertsteuerbetrag fünf Franken oder weniger beträgt. Diese Limite ist eingehalten bei einem Warenwert vonmaximal CHF 65 (bei Steuersatz 7,7 %) resp. von maximal CHF 200 (bei Steuersatz 2,5 %). Für Käufer in der Schweiz war es folglich attraktiver, solche Produkte aus dem Ausland und damit frei jeglicher Mehrwertsteuerbelastung zu beziehen, statt dasselbe Produkt bei einem inländischen Anbieter zu bestellen und darauf die Schweizer Mehrwertsteuer (MWST) zu entrichten.

Was ändert für wen?

Macht ein Versandhändler, sei es ein inländischer oder ausländischer, mit Kleinsendungen vom Ausland ins Inland einen jährlichen Umsatz (Summe der von den Käufern an den Versandhändler bezahlten Entgelte) von mindestens CHF 100000, gelten sämtliche seiner Lieferungen als Inlandlieferungen. Dieshatzur Folge, dass er der Schweizer Mehrwertsteuerpflicht unterstellt wird und sich ins MWST-Register eintragen lassen muss. Mit anderen Worten: Wird ein Versandhändler in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig, weil er die Umsatzgrenze aus Kleinsendungen erreicht hat, unterliegen ab seiner Eintragung im MWST-Register alle seine Sendungen in die Schweiz der Inlandsteuer. Auf seinen Kleinsendungen weiterhin nicht erhoben wird hingegen eine Einfuhrsteuer. Durch die Unterstellung unter die Schweizer Mehrwertsteuerpflicht kann der Versandhändler konsequenterweise nun auch die Einfuhrsteuer (auf Nicht-Kleinsendungen) und auch alle übrigen Vorsteuern in Abzug bringen, die im Rahmen seiner unternehmerischen und zum Vorsteuerabzug berechtigten Tätigkeit anfallen.

Wie erfolgt die Anmeldung?

Der Versandhändler hat die Anmeldung bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) zwecks Registrierung im MWST-Register von sich aus vorzunehmen. Als ausländischer Versandhändler ist gleichzeitig ein Steuervertreter mit Wohn- oder Geschäftssitz in der Schweiz zu bezeichnen und eine finanzielle Sicherheit zu leisten. Hat der Versandhändler die Umsatzgrenze von CHF 100000 aus Kleinsendungen bereits im Jahr 2018 erreicht und wird er diese voraussichtlich auch im Jahr 2019 erreichen, ist er seit Januar 2019 steuerpflichtig. Andernfalls greift die Schweizer Steuerpflicht ab dem Folgemonat jenes Monats, in welchem der Versandhändler mit Kleinsendungen einen Umsatz von CHF 100000 (gerechnet ab 1. Januar 2019) erzielt, und der Versandhändler hat sich umgehend bei der ESTV zu melden. Wird die Umsatzgrenze dereinst unterschritten und möchte der ausländische Versandhändler von der Schweizer MWST wieder befreit werden, muss er dies der ESTV mitteilen. Ohne entsprechende Meldung wird angenommen, der Versandhändler unterstelle sich freiwillig der Schweizer Mehrwertsteuerpflicht.

Zu beachten

Ist ein Unternehmen aufgrund anderer Leistungen im Inland im MWST-Register eingetragen und erbringt dieses Unternehmen auch Versandlieferungen mit Kleinsendungen vom Ausland ins Inland, handelt es sich bei diesen Kleinsendungen weiterhin um Auslandlieferungen, solange mit diesen Kleinsendungen die Umsatzgrenze von CHF 100000 pro Jahr nicht erreicht wird.

«In Kürze»

1. Ausländische Versandhändler, die mit Kleinsendungen (Einfuhrsteuerbetrag CHF 5 oder weniger) in die Schweiz einen Umsatz von CHF 100000 erzielen, werden in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig.
2. Als Folge der Unterstellung unter die Schweizer Mehrwertsteuerpflicht unterliegen sämtliche Sendungen in die Schweiz der Inlandsteuer.
3. Betroffene Versandhändler haben sich selbstständig bei der ESTV zu melden und sich ins MWST-Register eintragen zu lassen.
4. Durch diese am 1. Januar 2019 in Kraft getretene Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes (MWSTG) sind die im Versandhandel tätigen ausländischen Unternehmen den Unternehmen mit Sitz in der Schweiz gleichgestellt.

 

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2019

01.04.2019 - Revision des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen

Systemwechsel

Bisher war die Erhebung der Radio- und TV-Abgabe an die Bedingung geknüpft, dass jemand ein Gerät besass, das den Empfang von Radio und/oder TV ermöglicht. Seit dem 1. Januar dieses Jahres wird die Radio- und TV-Gebühr nun geräteunabhängig erhoben. Neu haben grundsätzlich alle Unternehmen, also auch jene, die über keine Empfangsmöglichkeiten für Radio und TV verfügen, die Radio- und TV-Abgabe zu entrichten.

Abgabepflichtig

Ein Unternehmen ist grundsätzlich abgabepflichtig, wenn folgende Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind: Das Unternehmen unterliegt der Schweizer Mehrwertsteuer (MWST), es erzielt einen jährlichen (weltweiten) Gesamtumsatz von mindestens CHF 500'000, und es hat seinen Sitz/Wohnsitz in der Schweiz oder betreibt eine Schweizer Betriebsstätte.

Mehrwertsteuerpflichtige inländische Unternehmen unterliegen somit der Radio- und TV-Abgabe, sofern sie einen «Gesamtumsatz» von mindestens CHF 500'000 erzielen. In diesem für die Frage der Abgabepflicht relevanten Gesamtumsatz enthalten sind auch von der MWST befreite Leistungen (wie z.B. Exporte, Leistungen im Ausland) und von der Steue ausgenommene Leistungen (wie z. B. Dienstleistungen im Bereich Bildung oder Gesundheitswesen). Erreicht ein ausländisches mehrwertsteuerpflichtiges Unternehmen diesen Mindestgesamtumsatz, bestehtnur dann eine Abgabepflicht, wenn das Unternehmen in der Schweiz eine Betriebsstätte unterhält. Folglich sind Unternehmen, dieinder Schweiz zwar Leistungen erbringen, hier jedoch weder über einen Sitz/Wohnsitz verfügen noch eine Betriebsstättebetreiben, der Abgabe nicht unterstellt, selbst wenn sieübereine Schweizer MWST-Nummer verfügen.

Vom zeitlichen Aspekther gilt Folgendes: Abgabepflichtig ist ein Unternehmen, wenn es im laufenden Jahr im MWST-Register eingetragen ist und es im Vorjahr einen Umsatz von mindestens CHF 500'000 erzielt hat. Als Folge dieser Systematik ist ein neu eingetragenes Unternehmen in seinem ersten Jahr im MWST-Register nicht abgabepflichtig. Im Gegenzug ist die Abgabe in ihrer vollen Höhe geschuldet, auch wenn das Unternehmen im Laufe des Bezugsjahres aus dem MWST-Register ausscheidet. Im ersten Jahr des Systemwechsels, d. h. im Jahr 2019, ist der Umsatz des Jahres 2017 massgebend.

Höhe der Abgabe

Die Höhe der Abgabe orientiert sich am Gesamtumsatz des jeweiligen Unternehmens. Jedes Unternehmen wird auf Grundlage seines im Vorjahrerzielten Gesamtumsatzes einer der folgenden Tarifkategorien zugeteilt (vgl. Tabelle). Erhebungsstelle fürdie Unternehmensabgabe ist die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV). Basierend aufden ihr gemeldeten Vorjahreszahlen stellt sie den Unternehmen jährlich eine Rechnung zu.

Härtefallklausel

Für Unternehmen der Tarifkategorie 1 sieht das Gesetz eine Härtefallklausel vor: Weist das Jahresergebnis des Geschäftsjahres, für welches die Abgabe entrichtet wurde, einen Verlust aus oder beträgt der erzielte Gewinn weniger als CHF 3'650 (in diesem Fall würde die Abgabe mehr als 10 % des Jahresgewinns ausmachen), wird dem Unternehmen die Abgabe auf Antrag hin rückerstattet.

«In Kürze»

1. Die Abgabe für Radio und TV ist neu nicht mehr geräteabhängig.
2. In der Schweiz mehrwertsteuerpflichtige Unternehmen mit Sitz, Wohnsitz oder Betriebsstätte in der Schweiz und einem weltweiten Jahresumsatz von mindestens CHF 500'000 sind abgabepflichtig.
3. Die von einem Unternehmen zu entrichtende Abgabe ist in ihrer Höhe abhängig vom im Vorjahr erzielten Gesamtumsatz des Unternehmens. Im Jahr 2019 ist der Umsatz des Jahres 2017 massgebend.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2019

 

01.03.2019 - Mehrwertsteuer-Abrechnung online

Der Grundstein wurde gelegt

Seit September 2015 ist es möglich, die Mehrwertsteuerabrechnung online abzurechnen, d.h. die Mehrwertsteuerabrechnung kann elektronisch verschickt werden. Die Online-Abrechnung erfolgt über «ESTV SuisseTax». «ESTV Suisse-Tax» ist das neue E-Government-Portal der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV). Status quo: Es ist weiterhin möglich, die Mehrwertsteuerabrechnung manuell auszufüllen und per Post an die ESTV zu verschicken.

Wo erhält man Informationen?

Über den folgenden Link kann sich der Unternehmer oder Treuhänder Informationen zur Online-Abrechnung verschaffen: https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/mehrwertsteuer/dienstleistungen/m.... Mittels eines YouTube-Videos wird verdeutlicht, welches die Vorteile der Online-Abrechnung sind und wie einfach die Handhabung ist. Schritt für Schritt wird erklärt, wie die Abrechnung online erstellt werden kann.

Voraussetzungen

Der Nutzer benötigt einen Computer mit Internetzugang und ein Mobil- oder Festnetztelefon mit SMS-Funktion. Er muss sich auf der Seite der ESTV einmalig als Benutzer registrieren beziehungsweise ein Benutzerkonto einrichten. Anschliessend kann sich der Nutzer jederzeit mithilfe seines Benutzernamens und Passworts einwählen. Sobald das Passwort erfasst ist, erhält man einen SMS-Code zugestellt. Durch Eingabe des Codes ist man bei der ESTV angemeldet. Es steht ein Schulungsvideo für die Registrierung zur Verfügung (https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/mehrwertsteuer/dienstleistungen/m...).

Was ist online möglich?

– Berechtigungen und verschiedene Rollen von Benutzern können eingerichtet und verwaltet werden.
– Benutzerrechte können hinzugefügt oder mutiert werden.
– Fristen können elektronisch erstreckt werden.
– Sowohl der abrechnende Unternehmer als auch der Treuhänder kann die Mehrwertsteuerabrechnung erstellen und online versenden, je nach Benutzerrechten des jeweiligen Anwenders.
– Die Korrekturabrechnung kann ebenfalls online erstellt und übermittelt werden.

«In Kürze»
1. Nach heutigem Stand kann die Mehrwertsteueranmeldung weiterhin manuell erstellt und per Post versandt werden. Alternativ ist die elektronische Online-Abrechnung möglich.
2. Teil der E-Government-Strategie des Bundes ist es, die Online-Abrechnung als den neuen Standard für die MWST-Abrechnung zu etablieren.
3. Fristverlängerungen werden ab 2019 nur noch online möglich sein.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2018

01.02.2019 - Antrag über die Verwendung eines Bilanzverlust

Worum es geht

Alljährlich haben Anteilseigner darüber zu entscheiden, was mit dem Bilanzgewinn der Gesellschaft geschehen soll: Sollen sie sich eine Dividende zusprechen oder doch besser die freien Reserven äufnen oder einfach den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vortragen? Unbestrittenermassen liegt der Entscheid über die Verwendung des Bilanzgewinns der AG bei der Generalversammlung bzw. der GmbH bei der Gesellschafterversammlung (mit «Versammlung» sind im Folgenden beide Organe gemeint). Wie aber ist die Situation bei Vorliegen eines Bilanzverlusts? Ist dessen Verwendung ebenfalls von der Versammlung zu beschliessen? Hat der Verwaltungsrat bzw. die Geschäftsführung einen entsprechenden Antrag an die Versammlung zu stellen?

Begriffliches

Die Differenz zwischen dem Aufwand und dem Ertrag eines Geschäftsjahrs ergibt das Jahresergebnis dieses Geschäftsjahrs. Je nachdem resultiert ein Jahresgewinn oder ein Jahresverlust. Das Jahresergebnis widerspiegelt zahlenmässig folglich einzig und allein das entsprechende Geschäftsjahr. Eine Gesellschaft hat jedoch – sofern es sich nicht um eine Neugründung handelt – eine rechnungslegungstechnische Vergangenheit, nämlich die Vorjahresergebnisse. Werden die Ergebnisse der Vorjahre (Vorjahresverluste oder Vorjahresgewinne) zum Jahresergebnis addiert, resultiert der sogenannte Bilanzgewinn oder Bilanzverlust.

Ablauf gemäss OR

Das OR räumt der Versammlung die unübertragbare Befugnis ein, die Jahresrechnung zu genehmigen und über die Verwendung des Bilanzgewinns, insbesondere die Festsetzung der Dividende, zu beschliessen. Im Rahmen der ordentlichen Generalbzw. Gesellschafterversammlung hat die Versammlung somit als Erstes über die Genehmigung der Jahresrechnung, i.d.R. bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang, zu entscheiden. Mit der Genehmigung der Jahresrechnung wird das in der Bilanz/ Erfolgsrechnung ausgewiesene Jahresergebnis abgenommen. Erst in einem zweiten, separaten Schritt ist die Verwendung des Bilanzgewinns (Summe von Jahresund Vorjahresergebnis) zu beschliessen: Der Verwaltungsrat oder die Geschäftsführung macht der Versammlung einen Antrag, und diese hat darüber zu beschliessen. Das Gesetz regeltden formellen Ablaufhinsichtlich des Bilanzgewinns; in Bezug auf den Bilanzverlust schweigt es sich hingegen aus.

Was gilt bei Bilanzverlust?

Darüber, wie im Falle eines Bilanzverlusts vorzugehen ist, gehen die Meinungen auseinander. Im vorliegenden Artikel wird die Ansicht vertreten, dass der zuvor beschriebene formelle Ablauf aufgrund der ausschliesslichen Nennung des Bilanzgewinns bei einem Bilanzverlust keine Anwendung findet. Denn im Gegensatz zum Bilanzgewinn, bei dem verschiedene Möglichkeiten für dessen Verwendung bestehen (mit der Frage der Dividendenausschüttung im Zentrum), wird ein Bilanzverlust grundsätzlich auf neue Rechnung vorgetragen. Mit der Genehmigung der Jahresrechnung samt entsprechendem Bilanzverlust beschliesst die Versammlung implizit auch den Verlustvortrag. Als Folge davon hat der Verwaltungsrat oder die Geschäftsführung auch keinen separaten Antrag an die Versammlung betreffend Verwendung eines Bilanzverlusts zu stellen. Anders ist hingegen die Situation, wenn ein Bilanzverlust mit früher beschlossenen (freien) Reserven verrechnet werden soll. Die Verwendung von Reserven liegt in der alleinigen Kompetenz der Versammlung. Folglich ist eine entsprechende Verrechnung der Versammlung zu beantragen und gegebenenfalls von dieser zu beschliessen. Soll der Bilanzverlust also nicht einfach auf das nächste Geschäftsjahr vorgetragen, sondern mit Reserven verrechnet werden, hat der Verwaltungsrat oder die Geschäftsführung der Versammlung einen entsprechenden Antrag zu unterbreiten. Bleibt ein entsprechender Antrag zur Verrechnung aus, erfolgt auch

«In Kürze»
1. Die Verwendung eines Bilanzgewinns ist immer separat zu traktandieren, zu beantragen und zu beschliessen.
2. Ein Bilanzverlust, welcher vorgetragen werden soll, ist grundsätzlich nicht separat abzuhandeln.
3. Ausnahmen bestehen bei statutarischen Nachschusspflichten oder wenn der Bilanzverlust mit Reserven verrechnet werden soll.
4. Ein Bilanzverlust wird auf neue Rechnung vorgetragen oder per Beschluss mit Gewinnreserven verrechnet.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2018

Vorlagen

Excelvorlage Aussendiensttage

Publikationen

Kennzahlen 2019
Sozialversicherungen und Steuern.
EXPERT INFO 03/2018
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2018
EXPERT INFO 02/2018

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 02/2018

EXPERT INFO 01/2018
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2018
Kennzahlen 2018
Sozialversicherungen und Steuern.
Mehrwertsteuer

Satzreduktion per 1. Januar 2018.

EXPERT INFO 03/2017
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2017
EXPERT INFO 02/2017
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 02/2017
EXPERT INFO 01/2017

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2017

EXPERT INFO 03/2016
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2016
EXPERT INFO 02/2016
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 02/2016
EXPERT INFO 01/2016
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2016.
EXPERT INFO 01/2015
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2015
Kennzahlen 2016
Sozialversicherungen und Steuern.
Kennzahlen 2015
Sozialversicherungen und Steuern.
Kennzahlen 2014
Sozialversicherungen und Steuern.
Kennzahlen 2013
Sozialversicherungen und Steuern.
Die neue Macht der Minderheit
Auswirkungen des neuen Rechnungslegungsgesetzes.