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01.04.2019 - Revision des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen

Systemwechsel

Bisher war die Erhebung der Radio- und TV-Abgabe an die Bedingung geknüpft, dass jemand ein Gerät besass, das den Empfang von Radio und/oder TV ermöglicht. Seit dem 1. Januar dieses Jahres wird die Radio- und TV-Gebühr nun geräteunabhängig erhoben. Neu haben grundsätzlich alle Unternehmen, also auch jene, die über keine Empfangsmöglichkeiten für Radio und TV verfügen, die Radio- und TV-Abgabe zu entrichten.

Abgabepflichtig

Ein Unternehmen ist grundsätzlich abgabepflichtig, wenn folgende Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind: Das Unternehmen unterliegt der Schweizer Mehrwertsteuer (MWST), es erzielt einen jährlichen (weltweiten) Gesamtumsatz von mindestens CHF 500'000, und es hat seinen Sitz/Wohnsitz in der Schweiz oder betreibt eine Schweizer Betriebsstätte.

Mehrwertsteuerpflichtige inländische Unternehmen unterliegen somit der Radio- und TV-Abgabe, sofern sie einen «Gesamtumsatz» von mindestens CHF 500'000 erzielen. In diesem für die Frage der Abgabepflicht relevanten Gesamtumsatz enthalten sind auch von der MWST befreite Leistungen (wie z.B. Exporte, Leistungen im Ausland) und von der Steue ausgenommene Leistungen (wie z. B. Dienstleistungen im Bereich Bildung oder Gesundheitswesen). Erreicht ein ausländisches mehrwertsteuerpflichtiges Unternehmen diesen Mindestgesamtumsatz, bestehtnur dann eine Abgabepflicht, wenn das Unternehmen in der Schweiz eine Betriebsstätte unterhält. Folglich sind Unternehmen, dieinder Schweiz zwar Leistungen erbringen, hier jedoch weder über einen Sitz/Wohnsitz verfügen noch eine Betriebsstättebetreiben, der Abgabe nicht unterstellt, selbst wenn sieübereine Schweizer MWST-Nummer verfügen.

Vom zeitlichen Aspekther gilt Folgendes: Abgabepflichtig ist ein Unternehmen, wenn es im laufenden Jahr im MWST-Register eingetragen ist und es im Vorjahr einen Umsatz von mindestens CHF 500'000 erzielt hat. Als Folge dieser Systematik ist ein neu eingetragenes Unternehmen in seinem ersten Jahr im MWST-Register nicht abgabepflichtig. Im Gegenzug ist die Abgabe in ihrer vollen Höhe geschuldet, auch wenn das Unternehmen im Laufe des Bezugsjahres aus dem MWST-Register ausscheidet. Im ersten Jahr des Systemwechsels, d. h. im Jahr 2019, ist der Umsatz des Jahres 2017 massgebend.

Höhe der Abgabe

Die Höhe der Abgabe orientiert sich am Gesamtumsatz des jeweiligen Unternehmens. Jedes Unternehmen wird auf Grundlage seines im Vorjahrerzielten Gesamtumsatzes einer der folgenden Tarifkategorien zugeteilt (vgl. Tabelle). Erhebungsstelle fürdie Unternehmensabgabe ist die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV). Basierend aufden ihr gemeldeten Vorjahreszahlen stellt sie den Unternehmen jährlich eine Rechnung zu.

Härtefallklausel

Für Unternehmen der Tarifkategorie 1 sieht das Gesetz eine Härtefallklausel vor: Weist das Jahresergebnis des Geschäftsjahres, für welches die Abgabe entrichtet wurde, einen Verlust aus oder beträgt der erzielte Gewinn weniger als CHF 3'650 (in diesem Fall würde die Abgabe mehr als 10 % des Jahresgewinns ausmachen), wird dem Unternehmen die Abgabe auf Antrag hin rückerstattet.

«In Kürze»

1. Die Abgabe für Radio und TV ist neu nicht mehr geräteabhängig.
2. In der Schweiz mehrwertsteuerpflichtige Unternehmen mit Sitz, Wohnsitz oder Betriebsstätte in der Schweiz und einem weltweiten Jahresumsatz von mindestens CHF 500'000 sind abgabepflichtig.
3. Die von einem Unternehmen zu entrichtende Abgabe ist in ihrer Höhe abhängig vom im Vorjahr erzielten Gesamtumsatz des Unternehmens. Im Jahr 2019 ist der Umsatz des Jahres 2017 massgebend.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2019

 

01.03.2019 - Mehrwertsteuer-Abrechnung online

Der Grundstein wurde gelegt

Seit September 2015 ist es möglich, die Mehrwertsteuerabrechnung online abzurechnen, d.h. die Mehrwertsteuerabrechnung kann elektronisch verschickt werden. Die Online-Abrechnung erfolgt über «ESTV SuisseTax». «ESTV Suisse-Tax» ist das neue E-Government-Portal der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV). Status quo: Es ist weiterhin möglich, die Mehrwertsteuerabrechnung manuell auszufüllen und per Post an die ESTV zu verschicken.

Wo erhält man Informationen?

Über den folgenden Link kann sich der Unternehmer oder Treuhänder Informationen zur Online-Abrechnung verschaffen: https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/mehrwertsteuer/dienstleistungen/m.... Mittels eines YouTube-Videos wird verdeutlicht, welches die Vorteile der Online-Abrechnung sind und wie einfach die Handhabung ist. Schritt für Schritt wird erklärt, wie die Abrechnung online erstellt werden kann.

Voraussetzungen

Der Nutzer benötigt einen Computer mit Internetzugang und ein Mobil- oder Festnetztelefon mit SMS-Funktion. Er muss sich auf der Seite der ESTV einmalig als Benutzer registrieren beziehungsweise ein Benutzerkonto einrichten. Anschliessend kann sich der Nutzer jederzeit mithilfe seines Benutzernamens und Passworts einwählen. Sobald das Passwort erfasst ist, erhält man einen SMS-Code zugestellt. Durch Eingabe des Codes ist man bei der ESTV angemeldet. Es steht ein Schulungsvideo für die Registrierung zur Verfügung (https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/mehrwertsteuer/dienstleistungen/m...).

Was ist online möglich?

– Berechtigungen und verschiedene Rollen von Benutzern können eingerichtet und verwaltet werden.
– Benutzerrechte können hinzugefügt oder mutiert werden.
– Fristen können elektronisch erstreckt werden.
– Sowohl der abrechnende Unternehmer als auch der Treuhänder kann die Mehrwertsteuerabrechnung erstellen und online versenden, je nach Benutzerrechten des jeweiligen Anwenders.
– Die Korrekturabrechnung kann ebenfalls online erstellt und übermittelt werden.

«In Kürze»
1. Nach heutigem Stand kann die Mehrwertsteueranmeldung weiterhin manuell erstellt und per Post versandt werden. Alternativ ist die elektronische Online-Abrechnung möglich.
2. Teil der E-Government-Strategie des Bundes ist es, die Online-Abrechnung als den neuen Standard für die MWST-Abrechnung zu etablieren.
3. Fristverlängerungen werden ab 2019 nur noch online möglich sein.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2018

01.02.2019 - Antrag über die Verwendung eines Bilanzverlust

Worum es geht

Alljährlich haben Anteilseigner darüber zu entscheiden, was mit dem Bilanzgewinn der Gesellschaft geschehen soll: Sollen sie sich eine Dividende zusprechen oder doch besser die freien Reserven äufnen oder einfach den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vortragen? Unbestrittenermassen liegt der Entscheid über die Verwendung des Bilanzgewinns der AG bei der Generalversammlung bzw. der GmbH bei der Gesellschafterversammlung (mit «Versammlung» sind im Folgenden beide Organe gemeint). Wie aber ist die Situation bei Vorliegen eines Bilanzverlusts? Ist dessen Verwendung ebenfalls von der Versammlung zu beschliessen? Hat der Verwaltungsrat bzw. die Geschäftsführung einen entsprechenden Antrag an die Versammlung zu stellen?

Begriffliches

Die Differenz zwischen dem Aufwand und dem Ertrag eines Geschäftsjahrs ergibt das Jahresergebnis dieses Geschäftsjahrs. Je nachdem resultiert ein Jahresgewinn oder ein Jahresverlust. Das Jahresergebnis widerspiegelt zahlenmässig folglich einzig und allein das entsprechende Geschäftsjahr. Eine Gesellschaft hat jedoch – sofern es sich nicht um eine Neugründung handelt – eine rechnungslegungstechnische Vergangenheit, nämlich die Vorjahresergebnisse. Werden die Ergebnisse der Vorjahre (Vorjahresverluste oder Vorjahresgewinne) zum Jahresergebnis addiert, resultiert der sogenannte Bilanzgewinn oder Bilanzverlust.

Ablauf gemäss OR

Das OR räumt der Versammlung die unübertragbare Befugnis ein, die Jahresrechnung zu genehmigen und über die Verwendung des Bilanzgewinns, insbesondere die Festsetzung der Dividende, zu beschliessen. Im Rahmen der ordentlichen Generalbzw. Gesellschafterversammlung hat die Versammlung somit als Erstes über die Genehmigung der Jahresrechnung, i.d.R. bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang, zu entscheiden. Mit der Genehmigung der Jahresrechnung wird das in der Bilanz/ Erfolgsrechnung ausgewiesene Jahresergebnis abgenommen. Erst in einem zweiten, separaten Schritt ist die Verwendung des Bilanzgewinns (Summe von Jahresund Vorjahresergebnis) zu beschliessen: Der Verwaltungsrat oder die Geschäftsführung macht der Versammlung einen Antrag, und diese hat darüber zu beschliessen. Das Gesetz regeltden formellen Ablaufhinsichtlich des Bilanzgewinns; in Bezug auf den Bilanzverlust schweigt es sich hingegen aus.

Was gilt bei Bilanzverlust?

Darüber, wie im Falle eines Bilanzverlusts vorzugehen ist, gehen die Meinungen auseinander. Im vorliegenden Artikel wird die Ansicht vertreten, dass der zuvor beschriebene formelle Ablauf aufgrund der ausschliesslichen Nennung des Bilanzgewinns bei einem Bilanzverlust keine Anwendung findet. Denn im Gegensatz zum Bilanzgewinn, bei dem verschiedene Möglichkeiten für dessen Verwendung bestehen (mit der Frage der Dividendenausschüttung im Zentrum), wird ein Bilanzverlust grundsätzlich auf neue Rechnung vorgetragen. Mit der Genehmigung der Jahresrechnung samt entsprechendem Bilanzverlust beschliesst die Versammlung implizit auch den Verlustvortrag. Als Folge davon hat der Verwaltungsrat oder die Geschäftsführung auch keinen separaten Antrag an die Versammlung betreffend Verwendung eines Bilanzverlusts zu stellen. Anders ist hingegen die Situation, wenn ein Bilanzverlust mit früher beschlossenen (freien) Reserven verrechnet werden soll. Die Verwendung von Reserven liegt in der alleinigen Kompetenz der Versammlung. Folglich ist eine entsprechende Verrechnung der Versammlung zu beantragen und gegebenenfalls von dieser zu beschliessen. Soll der Bilanzverlust also nicht einfach auf das nächste Geschäftsjahr vorgetragen, sondern mit Reserven verrechnet werden, hat der Verwaltungsrat oder die Geschäftsführung der Versammlung einen entsprechenden Antrag zu unterbreiten. Bleibt ein entsprechender Antrag zur Verrechnung aus, erfolgt auch

«In Kürze»
1. Die Verwendung eines Bilanzgewinns ist immer separat zu traktandieren, zu beantragen und zu beschliessen.
2. Ein Bilanzverlust, welcher vorgetragen werden soll, ist grundsätzlich nicht separat abzuhandeln.
3. Ausnahmen bestehen bei statutarischen Nachschusspflichten oder wenn der Bilanzverlust mit Reserven verrechnet werden soll.
4. Ein Bilanzverlust wird auf neue Rechnung vorgetragen oder per Beschluss mit Gewinnreserven verrechnet.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2018

03.01.2019 - Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Sachanlagen

Worum geht es?

Eine der vielen Änderungen, die das neue Rechnungslegungsrecht mit sich brachte, ist eine neue Mindestgliederung der Erfolgsrechnung. Gemäss dem seit 1.1.2013 geltenden Recht ist es nicht mehr zwingend erforderlich, Gewinne und Verluste aus der Veräusserung von Anlagevermögen separat in der Erfolgsrechnung auszuweisen. Nun stellt sich die Frage, wie diese Gewinne und Verluste in der Jahresrechnung im geltenden Recht auszuweisen sind.

Handhabung der Gewinne

Ein Gewinn aus dem Verkauf von Anlagevermögen entsteht dann, wenn das Anlagegut zu einem höheren Wert veräussert werden kann, als es buchhalterisch erfasst ist, wenn also der Verkaufserlös den sog. Restbuchwert übersteigt. Da Anlagegüter gemäss Gesetz (Art. 960a Abs. 3 OR) und aufgrund des Vorsichtsprinzips ordentlich abgeschrieben werden müssen, wird regelmässig und über mehrere Perioden der Buchwert dieser Anlagen reduziert. Weiter sind Abschreibungen auf dem Anlagevermögen aus steuerlicher Sicht attraktiv und kommen daher häufig mit den von der Eidgenössischen Steuerverwaltung vorgegebenen Höchstsätzen zur Anwendung. Der effektive Wertverlauf einer Anlage (betriebswirtschaftlicher Wert) verhält sich jedoch in der Regel anders. Der betriebswirtschaftliche Wert kann sich möglicherweise nicht wesentlich verändern, weniger schnell abnehmen als der Buchwert oder sogar steigen (beispielsweise bei Kunstgegenständen oder Oldtimern).

Wird ein Gewinn realisiert, ist über gewisse Perioden hinweg zu viel oder mindestens mehr als der effektive Wertverlust abgeschrieben worden. Daraus kann abgeleitet werden, dass in den Vorjahren die Abschreibungen stets zu hoch gewesen sind und daher mit dem Verkauf im aktuellen Jahr diese zu hohen Abschreibungen wieder ausgeglichen werden. Der Ausgleich von früheren Abschreibungen stellt demzufolge periodenfremden Ertrag dar. Dieser ist in der Erfolgsrechnung unter dem Titel «ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Ertrag» als periodenfremde Position zu erfassen und auszuweisen. Falls es sich um einen wesentlichen Gewinn handelt, ist die Position zudem im Anhang zu erläutern.

Nicht zu vergessen ist, dass durch den Verkauf von Anlagen mit Gewinn gegebenenfalls stille Reserven aufgelöst werden können. Dies ist dann der Fall, wenn in der Vergangenheit die Anlage mehr abgeschrieben wurde, als gemäss nutzungs- und altersbedingtem Wertverlust erforderlich gewesen wäre. Diese Auflösung von stillen Reserven ist – falls das Unternehmen in einem Geschäftsjahr mehr stille Reserven aufgelöst als gebildet hat (Netto-Auflösung) und wenn dadurch das erwirtschaftete Ergebnis wesentlich günstiger dargestellt wird – im Anhang offenzulegen.

Und bei Verlusten?

Anlagen sind neben der Vornahme der ordentlichen Abschreibungen bei jedem Abschlussstichtag daraufhin zu überprüfen, ob der Nutzwert der Anlage mindestens so hoch ist wie der Buchwert. Solange dies zutrifft, müssen nur ordentliche Abschreibungen gebucht werden. Fällt der Nutzwert der Anlage aber unter den Buchwert, ist neben der Abschreibung auch eine ausserordentliche Wertberichtigung (sog. Impairment) zu buchen, um den Wertverlust der Anlage abzubilden. Liegt der Verkaufspreis, welcher in diesem Fall dem Nutzwert entspricht, unter dem Buchwert, muss ein Verlust aus dem Verkauf von Anlagevermögen erfasst werden. Dieser Verlust entspricht einer ausserordentlichen Wertberichtigung, welche anstatt per Abschlussstichtag unterjährig zum Zeitpunkt der Verkaufstransaktion gebucht wird.

Anders als bei den Gewinnen wurden die Abschreibungen und die gegebenenfalls erforderlichen Wertberichtigungen (im Sinne eines ausserordentlichen Impairment) immer periodengerecht verbucht. Der Ausweis des Verlusts kann daher entweder unter den «Abschreibungen und Wertberichtigungen» oder unter «ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand» als ausserordentliche oder einmalige Position erfolgen. Bei einem wesentlichen Verlust ist die Position ungeachtet des Ausweisorts im Anhang zu erläutern.

Im Zusammenhang mit solchen Transaktionen und deren Abbildung in der Jahresrechnung sollte immer auch eine qualitative Betrachtung des Sachverhalts vorgenommen werden. Der Grundsatz der Klarheit steht dabei im Vordergrund.

«In Kürze»
1. Gewinne aus dem Verkauf von Sachanlagen sind als periodenfremder Ertrag zu verbuchen und, falls wesentlich, im Anhang zu erläutern.
2. Verluste können unter den Wertberichtigungen, den ausserordentlichen oder einmaligen Aufwänden ausgewiesen werden.
3. Eine qualitative Beurteilung des Sachverhalts ist zu berücksichtigen.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2018

03.12.2018 - Steuervorlage 17/STAF – Neuerungen

Es geht voran

Seit dem letzten Artikel zur Steuervorlage 17 in der Ausgabe 1/18 des Expert Info hat sich Wichtiges getan. Nachfolgend wird auf die Entwicklungen seit Erscheinen jenes Artikels Anfang März 2018 eingegangen.

Anpassungen des Ständerats

Nachdem der Bundesrat im März 2018 seine Botschaft zur Steuervorlage 17 verabschiedet hatte, wurde im Juni 2018 im Ständerat über die Vorlage beraten. Der Ständerat hat dabei beschlossen, den Entwurf des Bundesrats um weitere Massnahmen zu ergänzen. Zudem wurde die Steuervorlage 17 in «Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung» (STAF) umbenannt. Durch die Steuervorlage 17 werden auf allen drei Ebenen (Bund, Kantone und Gemeinden) weniger Steuereinnahmen erwartet. Der Entwurf des Ständerats sieht im Sinne eines sozialen Ausgleichs vor, dass jeder Steuerfranken, der durch die Unternehmenssteuerreform entfällt, neu mit einem Franken an die AHV «gegenfinanziert» werden soll (der Vorschlag des Bundesrats sah eine Erhöhung der Familienzulagen vor). Die Zahlungen an die AHV sollen zur Hälfte aus Lohnabzügen (jeweils 0,15 Lohnprozent für Arbeitgeber und Arbeitnehmer) und zur Hälfte aus bestehenden Bundesmitteln gewonnen werden.

Bei der Dividendenbesteuerung stimmt der Ständerat dem Bundesrat grundsätzlich zu und übernimmt die Besteuerung von Dividenden zu 70 % auf Bundesebene. Auf Kantonsebene sieht der Entwurf des Ständerats hingegen eine Mindestbesteuerung der Dividenden von 50 % statt der vom Bundesrat vorgesehenen 70 % vor.

Der Ständerat hat beschlossen, das Kapitaleinlageprinzip für an der schweizerischen Börse kotierte Gesellschaften weitgehend zu verschärfen: Kapitaleinlagereserven sollen nur dann steuerfrei ausgeschüttet werden können, wenn jeweils in gleicher Höhe steuerbare Dividenden ausgeschüttet werden. Ansonsten ist die Rückzahlung im entsprechenden Umfang steuerbar, höchstens aber im Umfang der handelsrechtlich ausschüttungsfähigen übrigen Reserven. Ausgenommen von dieser Regelung sind Rückzahlungen innerhalb eines Konzerns (10 %-Beteiligungsquote) und Reserven, die nach dem Inkrafttreten des Kapitaleinlageprinzips (31. Dezember 2010) entstanden sind. Bei Aktienrückkäufen muss der Liquidationsüberschuss mindestens zur Hälfte den Reserven aus Kapitaleinlagen belastet werden.

Obschon der Bundesrat eine zinsbereinigte Gewinnsteuer in seiner Botschaft abgelehnt hat, befürwortet der Ständerat einen Abzug für Eigenfinanzierung in den Hochsteuerkantonen (kumulierter Steuertarif im Hauptort des Kantons mindestens 13,5 %). Die Umsetzung würde mit der Einführung eines Abzugs für einen fiktiven Zins auf überschüssigem Eigenkapital erfolgen. Der Ständerat sieht in seinem Entwurf, entgegen dem Bundesrat, eine Ermässigung der Kapitalsteuer für konzerninterne Aktivdarlehen vor.

Die Vorlage im Nationalrat

Nach dem Ständerat hat die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates (WAK-N) über die Steuervorlage 17 beraten. Die WAK-N hat den Entwurf des Ständerats, insbesondere die Verknüpfung mit der AHV, grundsätzlich gutgeheissen. Einzig beim Kapitaleinlageprinzip hat die WAK-N Änderungen beschlossen. Für zugezogene Unternehmen, die Kapitaleinlagereserven nach Februar 2008 (Abstimmungstermin USR II) gebildet haben, soll die verschärfte Ausschüttungsregel nicht gelten. Die Ausnahme soll für die zugezogenen Unternehmen ebenfalls bei der Teilliquidation gelten. Zudem sollen auch grenzüberschreitende Zusammenschlüsse und Umstrukturierungen von der Ausnahmeregel profitieren.

Der Nationalrat hat am 12. September 2018 die Vorlage angenommen. Das Geschäft geht nun wieder zurück an den Ständerat.

«In Kürze»
1. Seit dem letzten Artikel zur Steuervorlage 17 in der Ausgabe 1/18 des Expert Info wurde im Bundesrat und im Ständerat über die Vorlage beraten.
2. Der Ständerat stimmt dem Entwurf des Bundesrats zur Steuervorlage 17 grundsätzlich zu, erweitert aber einige Punkte der Vorlage und verknüpft diese mit der AHV-Finanzierung.
3. Nach der grundsätzlichen Annahme der Vorlage durch den Nationalrat geht das Geschäft zurück in den Ständerat zur Bereinigung der Differenzen.

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2018

Vorlagen

Excelvorlage Aussendiensttage

Publikationen

Kennzahlen 2019
Sozialversicherungen und Steuern.
EXPERT INFO 03/2018
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2018
EXPERT INFO 02/2018

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 02/2018

EXPERT INFO 01/2018
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2018
Kennzahlen 2018
Sozialversicherungen und Steuern.
Mehrwertsteuer

Satzreduktion per 1. Januar 2018.

EXPERT INFO 03/2017
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2017
EXPERT INFO 02/2017
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 02/2017
EXPERT INFO 01/2017

EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2017

EXPERT INFO 03/2016
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 03/2016
EXPERT INFO 02/2016
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 02/2016
EXPERT INFO 01/2016
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2016.
EXPERT INFO 01/2015
EXPERTsuisse KMU Praxisinformationen 01/2015
Kennzahlen 2016
Sozialversicherungen und Steuern.
Kennzahlen 2015
Sozialversicherungen und Steuern.
Kennzahlen 2014
Sozialversicherungen und Steuern.
Kennzahlen 2013
Sozialversicherungen und Steuern.
Die neue Macht der Minderheit
Auswirkungen des neuen Rechnungslegungsgesetzes.